Der TeleVue Apo 101/540mm

Der TeleVue Apo 101/540mm

Der TeleVue Apo 101/540mm von
Wolfgang Schnell


LIEFERUMFANG:

  • Optischer Tubus
  • Rohrschelle mit Adapter für Vixen GP-DX-Montierung
  • 2 Zoll Okularauszug mit Reduzierung auf 1,25 Zoll
  • 2 Zoll Zenitspiegel
  • 17 mm Okular, TeleVue, Plössl, 1,25 Zoll
  • Stabiler Koffer für Tubus und Zubehör
  • Preis im Mai 1994 ca. 4.800,- DM


    DIE MECHANIK:
    Der Tubus des Genesis ist von hoher Qualität. Der Okularauszug hat auch nach 10 Jahren kaum Spiel und lässt sich in der Reibung gut verstellen.
  • Tubusgewicht ca. 4,8 kg
  • Tubuslänge 757 mm, mit Zenitspiegel 830 mm
  • Taukappe aus Metall, max. 154 mm vor der Optik
  • Objektivdeckel aus Metall wir in die Taukappe geschraubt

    DIE OPTIK:
  • 101 mm Öffnung
  • 540 mm Brennweite
  • f/5,4 Öffnungsverhältnis
  • 4,9 Grad maximales Gesichtfeld bei 10facher Vergröþerung
  • 208faches Lichtsammelvermögen gegenüber 7 mm Augenpupille Das Genesis ist ein vierlinsiger Apo. Das Licht fällt durch die zweiteilige Frontlinse auf den aus einer Flourit- und einer Glaslinse bestehenden Telekompressor. Das Feld eines Kleinbildfilmes 36mm x 24 mm wird fast vignetierungsfrei abgebildet.

    DER SUCHER:
    Das Teleskop wurde ohne Sucher gekauft und bis auch heute ohne zusätzlichen Sucher benutzt. In den ersten Monaten reichte mir das 17 mm Plössl mit 1,6 Grad wahrem Gesichtsfeld, nach einem halben Jahr kaufte ich mir das TeleVue 2 Zoll Panoptic 27 mm mit 3,4 Grad wahrem Gesichtsfeld und 20facher Vergröþerung. Heute benutze ich meist das 35 mm Plössl mit 2,9 Grad Gesichtfeld als "Sucher".

    DIE MONTIERUNG:
    Das Genesis wird auf einer Vixen-Montierung GP-DX mit Alustativ (90 - 150 cm) betrieben. Die Montierung wurde mit Rektaszensionsmotor, Steuerung MD-6 und einem beleuchtbaren Polsucher gekauft. Die GP-DX trägt das Genesis ohne Probleme. Die Sterne bleiben auch bei Wind ruhig stehen und die Montierung schwingt sehr schnell aus. Die Montierung wird grundsätzlich mit dem Polsucher eingenordet, weil ich die Objekte meist über Rektaszension und Deklination einstelle.

    DIE OKULARE:
    Die verwendeten Okulare bieten nachfolgende Vergröþerungen (V), Austrittspupillen (AP) und wahre Gesichtsfelder (wG). Die Gesichtfelder wurden mit der sogenannten Durchlaufmethode (Baader Planetarium, Tips & Tricks) überprüft.
    Okular Vergr. AP (in mm) wG (in Grad)
    35 Plössl 15 6,5 2,9
    27 Panoptic 20 5,1 3,4
    17 Plössl 32 3,2 1,6
    10 LV 54 1,9 0,9
    05 LV 108 0,9 0,5
    03.8 Eudias. 142 0,7 0,3
    02.5 LV 216 0,46 0,2


    Die drei LV-Okulare habe ich bereits mit dem Teleskop 1994 gekauft. Angenehm finde ich auch heute den Augenabstand der LVs. Das 2,5 mm LV ist nur selten richtig zum Einsatz gekommen. Die 216fache Vergröþerung ist oft zu hoch. Die Luft muss absolut ruhig und das Objekt einigermaþen hell sein. In Erinnerung sind der Ringnebel M 57 und Jupiter an vielleicht 5 Nächten in 10 Jahren, dann jedoch als unvergessliche Höhepunkte.
    Das eudiaskopische Baaderokular 3,8 mm, 142fach, wird meist für hohe Vergröþerung eingesetzt. Der geringe Augenabstand stört mich immer wieder. Meine Augenlider berühren oft die Linse und das Okular muss häufig gereinigt werden.
    TeleVue's mitgelieferte 17 mm Plössl ist das Galaxien- und Nebelokular. Hohe Transparenz und gestochene scharfe Sterne zeichnen das Okular aus.
    Großflächige Objekte wie die Andromedagalaxie sind im 2zölligem Panoptic ein Genuss. M 31 ist wirklich komplett mit M 32 und M 110 zu sehen.
    Das 35 mm Vixen Plössl wird als mein "Finder", ich bin zu faul die 2Zoll/1,25Zoll-Reduzierung immer zu tauschen, gern eingesetzt und kann meine Filter aufnehmen. Das Plössl hat bei 6,5 mm Austrittspupille für schwache Objekte wie Nordamerikanebel seine Vorteile.

    WEITERES ZUBEHÖR:
    Die Sonnenfilterfolie, Pappe und Klebeband ergaben den ersten Sonnenfilter. Einen Glassonnenfilter mit voller Öffnung Dichte ND=5, ein OIII- und ein UHC-Filter [Filterbericht im Astrotreff (http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=1954)] kaufte ich später hinzu. Eine Küchenstehhilfe wurde mit ein paar zusätzlichen Bohrungen zum Astrostuhl umfunktioniert.

    EINDRÜCKE:

    Das Teleskop ist für meine Ansprüche genau die richtige Wahl gewesen. Das Genesis liefert punktfeine Sterne, Planeten und Mond ohne Farbsäume und hohen Kontrast. Genau das wollte ich haben, keine Farbspiele, keine verwaschene Sterne. Die Ausrüstung ist relativ klein und ist seit knapp 10 Jahren unser Begleiter in vielen Urlauben.




    IN MEDIAS RES: BEOBACHTUNGEN

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